Three Mile Island


Eine multimediale Oper von Andrea Molino
Interaktive Wolke auf beweglicher Plattenstruktur / Max Jitter / Processing / Quartz Composer / Trigger von Blasinstrumenten / Ventilatoren & Live Kamera on Stage

Zusammenarbeit mit Maria-Cecilia Quadri, Angela Marco Rrem, Mario von Rickenbach & pomm of maailm.ch


Aufführungen:
29., 30. und 31. März 2012 um 21 Uhr im ZKM, Karlsruhe (DE)
21. und 22. Mai 2012 um 21 Uhr im Tetro India, Rom (I)




Andrea Molino – Komposition, Künstlerische Leitung

Guido Barbieri – Libretto und Dramaturgie In Zusammenarbeit mit Andrea Molino

Karl Hoffmann – Audiovisuelle Dokumentation
Bernd Lintermann, ZKM – Video,
Holger Stenschke, ZKM Audiovisuelle Gestaltung
Anna Falkenstern, ZKM – Videoschnitt
Manuel Weber, ZKM – Bühne und Licht

Zürcher Hochschule der Künste – Media Arts - Interaktive Videoinstallation:
Maria-Cecilia Quadri,
Angela Marco Rrem,
Mario von Rickenbach,
pomm of maailm.ch
& Bianca Hildenbrand


Klangforum Wien
Neue Vocalsolisten Stuttgart – Mitwirkende
ZKM | Institut für Musik und Akustik – Produktion
zkm.de


Das Musiktheater »Three Mile Island« von Andrea Molino handelt vom Störfall, der sich am 28.3.1979 im Kernkraftwerk Three Mile Island in Pennsylvania, USA, ereignete. Es war der bis dahin schwerste Unfall in einem amerikanischen Atomkraftwerk. Derart gravierend, dass seitdem keine neuen Atommeiler mehr in den Vereinigten Staaten gebaut wurden. Die jüngste Katastrophe von Fukushima hat auch den Unfall von Three Mile Island wieder ins Gedächtnis gerufen. Was viele bis heute nicht wissen: In Three Mile Island stand die Menschheit kurz vor der Apokalypse.

Mit modernsten Mitteln erzählt das Stück in Form eines multimedialen szenischen Konzertes Leben und Wirken von Professor Ignaz Vergeiner. Der österreichische Meteorologe hatte in den 1990er Jahren vergeblich die Massenklage von 3000 mutmaßlichen Betroffenen gegen den Betreiber und die Regierung von Pennsylvania mit einem einmaligen Gutachten unterstützt, in dem er die bestrittene Verbreitung von Radioaktivität anhand präziser Daten nachweisen konnte. Kurz vor seinem Tod hat er sein Wissen um die wahren Folgen des Unfalls in mehrstündigen Interviews einem Freund, dem deutschen Journalisten Karl Hoffmann, vor laufender Kamera anvertraut.

Audiovisuelle Originalaufnahmen – entstanden in den USA – mischen sich mit komponierten Elementen, reale und virtuelle Darstellungen wechseln sich ab. Durch die integrative Dramaturgie entsteht eine organische und intermediale Auseinandersetzung der verschiedenen künstlerischen Elemente: Klang, Bild, Video, Sprache, Text und Aktionen der Darsteller. Die Funktion eines traditionellen Bühnenbildes wird von einer interaktiven intermedialen Installation übernommen. Nicht nur die Stimmen und Klänge der MusikerInnen, sondern auch ihre Bewegungen und Gesten sollen sowohl akustisch wie visuell mit diesem fragilen, schwebenden Organismus interagieren und damit die verschiedenen Elemente der Narration gestalten. Die Live-Bearbeitung der Klänge der SängerInnen, der Instrumente und des Videos zielen auf eine Balance von hörbaren und unhörbaren Elementen und eine organische Kohärenz in der Klangfarbe und der Atmosphäre, in dessen Mitte sich die ZuhörerInnen, die stellvertretend für ein kollektives Bewusstsein und eine kollektive Wahrnehmung stehen, befinden.